Kindergefängnis Bad Freienwalde n.e.V.

Märkisch-Oderland: Landrat Schmidt sichert ehemaligen Insassen des DDR-Kindergefängnisses Bad Freienwalde Unterstützung zu

roland herrmann am kindergefaengnis 2259In der Einwohnerfragestunde des Kreistages Märkisch-Oderland in Seelow sicherte der Landrat Gernot Schmidt (SPD) am Mittwochabend ehemaligen Insassen des DDR-Durchgangsheim für Kinder und Jugendliche in Bad Freienwalde zu, die Anbringung einer Gedenktafel zu unterstützen. Dafür müsse jedoch der Eigentümer zustimmen, erklärte der Landrat. Bei den nun anstehenden Gesprächen werde sein Landratsamt den Verein unterstützen, sagte Schmidt auf der Sitzung des Kreistags.

„Die Unterstützung durch den Landrat ist ein wichtiges Signal an alle ehemaligen Insassen“, sagte der Vorsitzende des Vereins „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ Roland Herrmann. Der Verein hatte zuvor bereits erfolglos versucht, mit dem Privateigentümer Kontakt aufzunehmen. Hermann hofft nun, dass sich auch der Privateigentümer offen für die Anbringung einer Gedenktafel zeigt.

„Am wichtigsten ist uns die gesellschaftliche Anerkennung dafür, dass uns Unrecht geschah. Wir setzen uns dafür ein, dass das Kindergefängnis Bad Freienwalde vom Status her mit dem geschlossenen Jugendwerkhof Torgau gleichgestellt und unsere Rehabilitierung damit erleichtert wird“. Eine Gedenktafel könne hierbei ein erster wichtiger Schritt sein, so Herrmann. Auch Brandenburger Landtagsabgeordnete wie Heide Schinowsky (Grüne) und Kristy Augustin (CDU) zeigten sich offen für das Anliegen.

Seit Jahren setzt sich der Verein „Kindergefängnis Bad Freienwalde“ für die Einrichtung einer Gedenktafel an dem denkmalgeschützten Gebäude ein, um an das Leid der dort zu DDR-Zeiten untergebrachten Insassen zu erinnern. Bis 1987 wurde das Nebengebäude des Amtsgerichtes zur seelischen und körperlichen Disziplinierung von Kindern und Jugendlichen genutzt. Derzeit wird das im Privateigentum befindliche ehemalige DDR-Kinderheim zu einem Polizeirevier in Bad Freienwalde umgebaut. Laut eines Aushanges an der Baustelle hatte der Landkreis Anfang November 2015 dafür eine Baugenehmigung erteilt.

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